Fehlschüsse gibt es nicht

„Fehlschüsse gibt es nicht – es gibt Hochschüsse, Tiefschüsse, Links- und Rechtsschüsse. Aber Fehlschüsse gibt es nicht. Ach ja, dann gibt es noch DEN Schuss ins Gold…“ Das ist die erste Lektion, die wir lernen. Wir, das sind acht Teilnehmer an einem Trainingsaufbaukurs der Archery-Akademie bei Frank Kornprobst in Nienstedt. Allesamt schon erfahrene Schützen, die ihren Schießstil und ihre Ergebnisse (weiter) verbessern wollen.
DSC_1851 Foto:Martin B.
Fehlschüsse gibt es nicht. Das ist nun die erste Erkenntnis. Schön zu wissen, wenn man gerade eine Anzahl von Pfeilen im Harz verloren hat oder mit dem Metalldetektor noch die Grasnarbe des Sportplatzes absucht. Aber die Begründung, die Frank gibt, ist einleuchtend. Fehlschüsse führen zu Ärger, Ärger führt zu negativer Stimmung und negative Stimmung beeinträchtigt Konzentration und Erfolg. Deswegen sollen wir uns die Emotionen für den perfekten Schuss aufheben und unsere Erfolgserlebnisse gefühlsmäßig aufwerten. Neurolinguistische Konditionierung heißt dies. Positive Begriffe als Verstärkung einer guten Leistung, neutrale („Dies ist ein klarer Rechtsschuss“) für Leistungen, die man normalerweise nicht so gerne erbringt.
DSC_1834Foto:Martin B.
Nach dieser mentalen Vorbereitung geht es in die Praxis: Probeschießen vor dem Trainer mit anschließender Rückmeldung und Korrektur: Beinstellung, die leidige Rückenspannung, die immer wieder vergessen wird, Neigung des Kopfes, bis schließlich zu der Frage: Ist der Bogen nicht etwas zu stark für Dich? Müssen es immer 90 lbs sein oder tun es 75 auch? Unter dem prüfenden Blick des Trainers fanden wir uns alle mit unseren Schwächen konfrontiert, alten Bekannten und manchen neuen. Hilfreich war, dass uns Frank Ansätze zur Korrektur gleich mitgab. Individuell auf jeden Einzelnen zugeschnitten.
Wir probierten verschiedene Trainungsmethoden aus, die aus monotonen Schießübungen auf einmal fordernde Wettbewerbe machten, und lernten Rohschafttests zur Überprüfung des richtigen Spine-Wertes in der Praxis kennen. Dies alles bei strahlendem Sonnenschein vor der großartigen Kulisse des Deisters.
DSC_1847Foto:Martin B.
Nach einem zünftigen Mittagsmahl mit am Lagerfeuer gegrillten Wildschweinwürsten (echten, nicht aus Plastik wie unsere 3D-Ziele) gab es dann noch ein kleines Turnier, in dem wir unsere neu erworbenen Fähigkeiten ausprobieren konnten. Außerdem wurden gezielt Weitschüsse, Tunnelschüsse und extreme Nahschüsse geübt. Die Platzierung war bis zum Schluss hart umkämpft, und der Wettbewerb wurde buchstäblich erst mit dem letzten Schuss entschieden. Hier setzte sich Martin knapp vor Thorsten und Egbert durch.
Alles in allem: eine gelungene Veranstaltung mit hohem Lern- und Spaßfaktor, die nach Wiederholung ruft.
Egbert Osterwald, 28.05.2016

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